Kurz gesagt

  • Erst die Netzanschlussänderung (Leistungserhöhung) im Netzanschlussportal bestellen, dann den I-Auftrag stellen. Westnetz schreibt diese Reihenfolge ausdrücklich vor.
  • Bei Netzanschlussvorgängen schreibt Westnetz nur den Anschlussnehmer an, mit der Vorgangs-ID per E-Mail und der Vertragsbestätigung per Post. Wir holen uns diese Post beim Kunden, damit der Betrieb nicht hinterhertelefonieren muss.
  • §14a-Meldung und Zählerbestellung sind Teil des I-Auftrags im I-Portal. Den stellt nur die verantwortliche Fachkraft des im Installateurverzeichnis eingetragenen Betriebs, personenscharf mit ihrem Login.
  • Bei einem Auftrag mit steuerbarem Verbraucher baut Westnetz seit 01.01.2025 ein intelligentes Messsystem (iMSys) ein. Den Ersteinbau macht immer ein Westnetz-Zählermonteur, kein Zählerversand.
  • Seit 10.10.2025 gibt es keine rückwirkende §14a-Gutschrift mehr. Die Netzentgeltreduzierung läuft ab dem Datum der Meldung.

Die Schritte bei Westnetz

  1. Zuständigkeit prüfen Wir

    Westnetz bietet eine Online-Prüfung nach Ort und PLZ. In Teilen des Netzgebiets bearbeiten örtliche Stadtwerke die Formulare per E-Mail, im Kreis Wesel zum Beispiel mit zwei PDF-Formularen, FB_085 für den Kunden und FB_094 für den Installateur. Falscher Empfänger heißt Wochen verloren.

  2. Leistungserhöhung im Netzanschlussportal bestellen Wir unter Vollmacht, oder der Kunde selbst

    Das Netzanschlussportal (westnetz.de/nap) führt in fünf Schritten durch: Zuständigkeitsprüfung mit Adresse, Preisrechner mit Art der Ausführung, Details zur Bestellung, Kundendaten, Prüfen und Bestellen. Der passende Vorgang heißt "Netzanschlussänderung (Erhöhung der Leistung oder Umlegung des HAK)". Westnetz fragt vorab: Lageplan vorhanden, Grundrissplan vorhanden, benötigte Anschlussleistung geklärt, Anschlusslänge bekannt. Die zusätzliche Gesamtleistung für die steuerbare Verbrauchseinrichtung ermittelt der Elektrofachbetrieb nach VDE-AR-N 4100.

    Seit 23.01.2025 laufen neue Netzanschlussbestellungen in einem neuen System und erscheinen nicht mehr im Kundenkonto. Es gibt eine Bestätigung per E-Mail mit der Vorgangs-ID. Sobald diese E-Mail da ist, stellen wir unser Paket in Rechnung. Sie ist auch der Nachweis, den der Installateur später braucht.

    Was zählt, ist die beim Hausbau beantragte Leistung, nicht die Größe der Sicherung im Hausanschlusskasten. Deckt die vorhandene Leistung die Wärmepumpe ab, entfällt dieser Schritt.

  3. Antwort von Westnetz abwarten und weiterleiten Westnetz, der Kunde, wir

    Westnetz antwortet mit einer Zusage, bei Bedarf verbunden mit einem Baukostenzuschuss, oder mit einem Angebot zur Anschlussverstärkung. Die Vertragsbestätigung geht per Post an den Anschlussnehmer. Wir bitten den Kunden vorab, uns die Post sofort zu fotografieren, denn Westnetz schreibt nur ihn an.

    Zum Baukostenzuschuss nennt das Preisblatt (Stand 01.05.2026) 47,00 € netto je kW der gesamten Leistungsanforderung abzüglich einer Freigrenze von 30 kW. Ein Einfamilienhaus setzt Westnetz mit 14,5 kW je Wohneinheit an, die Wärmepumpe kommt dazu. Die meisten Einfamilienhäuser bleiben damit unter 30 kW. Eine Anschlussänderung bis 25 m kostet pauschal 499 € brutto. Eine durchschnittliche Wartezeit nennt Westnetz auf Nachfrage nicht.

  4. Zählerplatz und Steuerleitung vorbereiten Eingetragener Elektrofachbetrieb

    Die technischen Mindestanforderungen von Westnetz (TMA SteuVE, Stand 07/2024) verlangen bei relaisgesteuerten Verbrauchseinrichtungen den Tausch bestehender Direktmessungen mit Dreipunkt-Befestigung gegen eHZ-Zähler, es sei denn, ein ungenutztes Steuergerätefeld ist vorhanden. Für das iMSys braucht es eine RJ45-Buchse "CLS" im Anschlussraum und ein Patchkabel zum RfZ, bei analoger Steuerung zusätzlich eine Steuersignal-Klemmleiste nach TAB Niederspannung 01.09.2025. Westnetz schreibt: Die Umsetzung in der Kundenanlage muss beim Zählertermin bereits fertig sein. Den Einbau von Steuerboxen kündigte Westnetz "voraussichtlich erst ab 2026" an.

  5. I-Auftrag im I-Portal stellen Verantwortliche Fachkraft, wir liefern das Feldblatt

    Der I-Auftrag hat sieben Bildschirme:

    1. Zuständigkeitsprüfung (Adresse aus dem Drop-down).
    2. Messkonzept: MK0 für reinen Bezug, MK8 für Wärmepumpe plus Photovoltaik.
    3. Anschlussnutzer und Anschlussnehmer.
    4. Allgemeine Anlagedaten: Einbau, Wechsel oder Ausbau, Bedarfsart, benötigte Bezugsleistung, voraussichtlicher Jahresverbrauch, Montageort des Zählerschranks. Für Modul 2 heißt die Bedarfsart "Wärmepumpe mit Unterbrechung".
    5. Steuerbare Verbrauchseinrichtungen: Hersteller und Typ, maximale Netzbezugsleistung, Steuersignal, EMS ja oder nein, Steuerbox durch grundzuständigen oder dritten Messstellenbetreiber, Entgelt-Modul 1, 2 oder 3, tatsächliches Inbetriebnahmedatum.
    6. Anlagedaten Messstellenbetrieb: Zählerbestellung, Ausbauzähler.
    7. Montage und Bemerkung.

    Westnetz führt eine Typen-Datenbank mit mehreren hundert Wärmepumpen. Das Datenblatt wird nur bei unbekannten Typen gebraucht. Westnetz bittet ausdrücklich, keine unnötigen Dokumente hochzuladen (ausgebaute Zähler, Schaltpläne, Zählerschränke, Lagepläne), weil das den Ablauf verzögert. Die im Drop-down angezeigte Zählernummer muss zum Zähler vor Ort passen, sonst "Die Eigentumsnummer ist nicht aufgeführt" wählen. Die Inbetriebsetzungsmeldung soll laut TAB spätestens 14 Tage vor der endgültigen Inbetriebsetzung vorliegen, und die Ergänzenden Bedingungen verlangen, jede technische Inbetriebnahme einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung im Voraus mitzuteilen.

    Unser Feldblatt enthält alle sieben Bildschirme in der Reihenfolge des Portals, mit der Vorgangs-ID der Leistungserhöhung obenauf. Ihr Elektriker tippt ab und prüft, er sucht nichts mehr.

  6. Status verfolgen, Zählertermin bekommen Westnetz, wir

    Die Statuskette im I-Portal lautet: eingegangen, freigegeben, Zählermontage vorbereitet, dann Montage durchgeführt oder Montage durch Netzdienstleister ("Bitte vereinbaren Sie mit diesem einen Termin") oder Zähler versendet, zuletzt abgeschlossen. "Korrektur erforderlich" steht mit Beschreibung in der Vorgangsliste, die Korrektur läuft über das Stift-Symbol.

    Bei §14a setzt Westnetz ein iMSys, immer durch einen eigenen Monteur. Beim Messkonzept MK8 ist der Zählerversand grundsätzlich ausgeschlossen und Westnetz verlangt eine Telefonnummer für die Terminabsprache. Termine laufen über die regionalen Dispositionspostfächer TerminXX@westnetz.de (Servicezeiten Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr, Di und Do 13 bis 15 Uhr) mit der DLA-Nummer aus der Auftragsrückmeldung, telefonisch über die Disposition 0800 0703701. Die Installateurbetreuung (0800 44685463) meldet selbst eine eingeschränkte Erreichbarkeit, und Rückrufe von 0800-Nummern nimmt im Betrieb oft niemand an. Wir nehmen sie an, das ist ein Teil unserer Arbeit.

  7. Nach dem Zähler Betreiber, Lieferant, wir

    Die Netzentgeltreduzierung gilt ab Meldung oder Zählereinbau, rückwirkend gibt es seit 10.10.2025 nichts mehr. Ein späterer Modulwechsel läuft über westnetz.de/modulwechsel-formular oder den Lieferanten, die technische Umsetzung in der Anlage muss vorher erfolgt sein. Steuerungsmaßnahmen sind ab 01.03.2025 zwei Jahre lang zu dokumentieren. Beim MK8 braucht der Kunde zwei getrennte Stromlieferverträge.

Portale, Formulare, Kontakte

VorgangWegWer
Leistungserhöhung Netzanschlussportal westnetz.de/nap, Vorgang "Netzanschlussänderung". Vorgangs-ID per E-Mail. Team Netzanschluss 0800 93786389, Stichwort "Netzanschluss". Anschlussnehmer oder Bevollmächtigter. Alternativ der Installateur über die Kachel "Netzanschluss für meinen Kunden bestellen oder ändern".
§14a-Meldung Im I-Auftrag (Bildschirm 5), oder bei unverändertem Zähler über die Kachel "Steuerbare Verbraucher (nach-)melden (nach §14a EnWG oder §19 Abs. 2 NAV)". Nur eingetragener Elektrofachbetrieb, verantwortliche Fachkraft.
Zählerbestellung Teil des I-Auftrags (Bildschirm 6). Bei §14a iMSys durch Westnetz-Monteur, kein Zählerversand bei MK8. Eingetragener Elektrofachbetrieb.
Zählertermin Regionale Dispositionspostfächer TerminXX@westnetz.de mit DLA-Nummer, Disposition 0800 0703701. Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr, Di und Do 13 bis 15 Uhr. Installateur oder Bevollmächtigter, wir übernehmen die Abstimmung.
Modulwechsel westnetz.de/modulwechsel-formular oder über den Lieferanten. Betreiber.
Regelwerke TAB Niederspannung 01.09.2025, TMA SteuVE 07/2024, Ergänzende Bedingungen §14a (V2401), Preisblatt Netzanschluss Niederspannung ab 01.05.2026. Zur Kenntnis für Elektrofachbetrieb und Betreiber.

Woran Vorgänge bei Westnetz hängen bleiben

  • I-Auftrag vor der Leistungserhöhung. Westnetz verlangt, dass vor dem I-Auftrag ein Netzanschluss oder eine Leistungserhöhung bestellt wurde. Ohne Vorgangs-ID kommt die Korrekturanforderung.
  • Der Kunde lässt die Post liegen. Netzanschlussvorgänge sind im Kundenkonto nicht mehr zu sehen, Westnetz schreibt nur den Anschlussnehmer an. Wir holen uns die Post direkt vom Kunden.
  • Unnötige Uploads. Fotos vom Zählerschrank oder Schaltpläne verzögern laut Westnetz die Bearbeitung des I-Auftrags. Sie gehören zum Elektriker, nicht in das Portal.
  • Zählernummer passt nicht zum Drop-down. Dann nicht raten, sondern "Die Eigentumsnummer ist nicht aufgeführt" wählen.
  • RfZ-Feld ohne ungezählte Spannungsversorgung. Ein dokumentierter Fall: Der Monteur kam nach vier Monaten Wartezeit und fuhr unverrichteter Dinge wieder. Das Feldblatt erinnert den Elektriker daran.
  • Kein LTE-Empfang im Keller. Die Montage des Smart-Meter-Gateways wurde in einem Nutzerbericht deshalb abgebrochen. Vorher mit dem Handy prüfen, Antenne außerhalb des Schranks einplanen.
  • Verdrahtung beim MK8 zu früh geändert. Westnetz: Die Verdrahtung darf erst zum Montagetermin geändert werden.
  • Wartezeit auf den Zähler. Die Presse dokumentiert Fälle von Monaten bis über einem Jahr. Das sind Einzelfälle und keine Durchschnittswerte, aber niemand sollte dem Kunden ein Datum versprechen. Wir versprechen keins, wir fassen über die Dispositionspostfächer nach.
  • Thermische statt elektrische Leistung, Heizstab vergessen. Die 4,2-kW-Grenze gilt inklusive Zusatzheizstab, das steht in der Westnetz-Einführung für neue Installationsunternehmen.

Was wir bei Westnetz für Ihren Betrieb übernehmen

Wir

  • Zuständigkeit prüfen, Daten und Datenblatt sammeln, Vollmacht einholen.
  • Leistungserhöhung im Netzanschlussportal unter Vollmacht bestellen, Vorgangs-ID sichern.
  • Post von Westnetz über den Kunden einsammeln und an Sie und den Elektriker weiterleiten.
  • Feldblatt mit allen sieben I-Auftrag-Bildschirmen, inklusive Modulwahl des Kunden und Inbetriebnahmedatum.
  • Korrekturen vorformulieren, Termin über die Dispositionspostfächer abstimmen, Rückrufe annehmen, Status melden.

Ihr eingetragener Elektrofachbetrieb

  • Zusätzliche Gesamtleistung nach VDE-AR-N 4100 ermitteln.
  • Zählerplatz, eHZ-Umstellung, RJ45 "CLS", Klemmleiste, RfZ-Spannungsversorgung.
  • I-Auftrag unter eigenem Login stellen, Korrekturen einsetzen, Fertigmeldung verantworten.
  • Zählertermin vor Ort, Anschluss an die Steuerbox anlagenseitig.

Westnetz-Vorgang abgeben oder einen festhängenden retten

150 € pro Wärmepumpe im Pilot für den ganzen Vorgang. Hängt ein I-Auftrag bereits fest, übernehmen wir Status, Rückfragen und Nachfassen für 79 €. Ohne Zugriff auf Ihr I-Portal, mit Screenshots und Ihrer Freigabe.

Für SHK- und Elektrobetriebe. Hausbesitzer schicken diese Seite ihrem Heizungsbauer.

Quellen: Westnetz-Schulungsunterlagen für Installationsunternehmen (I-Auftrag, Einführungsgespräch, §14a Grundlagen 08/2026, §14a Technik 11/2025, iMSys, MK8, ZZV, Legende Statusanzeigen, Kontaktflyer 02/2026), Newsletter 01/2025 und 09/2025, TMA SteuVE 07/2024, Ergänzende Bedingungen §14a V2401, Preisblatt Netzanschluss Niederspannung 05/2026, Pressemeldungen und Nutzerberichte zu Zählerwartezeiten. Abgerufen bis 31.10.2026. Keine Verbindung zur Westnetz GmbH. Wartezeiten sind Fallberichte, keine Zusage von uns.

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